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13. June 2024

Eindrücke aus der Arabischen Welt

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben in den letzten Jahren ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu afrikanischen Ländern kontinuierlich ausgebaut und festigen ihre Position als wichtiger (Handels-)Partner des afrikanischen Kontinents. Diese enge Verbindung eröffnet jedoch nicht nur den VAE, sondern auch deutschen Unternehmen und Technologieprovidern neue Möglichkeiten, den Weg in wachsende afrikanische Märkte zu gehen und ihre Präsenz auszubauen. Die VAE dienen zunehmend als Tor zu Afrika, da sie nicht nur geografisch günstig gelegen sind, sondern auch über eine moderne Infrastruktur, Finanzdienstleistungen und Handelsnetzwerke verfügen, die deutschen Unternehmen den Markteintritt erleichtern. Dazu kommen in die wachsenden Märkte Afrika’s auch immer stärkere politische Verflechtungen, bis hin zu finanzieller und technischer Unterstützung.

Unsere Eindrücke im Juni werfen einen Blick auf die rasant wachsenden Handels- und Investitionsströme zwischen den VAE und Afrika und beleuchten, warum die VAE als Sprungbrett für deutsche Unternehmen dienen können, um von den vielfältigen wirtschaftlichen Chancen auf dem afrikanischen Kontinent zu profitieren. Gerne unterstützt Thinking Arabian Sie bei Ihren Überlegungen zur Erschließung afrikanischer Märkte.

Ein neuer bedeutender Akteur in Afrika

In den letzten Jahren haben sich die Handelsbeziehungen zwischen den afrikanischen Ländern und den VAE signifikant intensiviert und diversifiziert. Afrikanische Exporte in die VAE, insbesondere Rohstoffe wie Öl, Gas, Gold und landwirtschaftliche Produkte, haben zugenommen, während die VAE verstärkt Technologie, Konsumgüter und Dienstleistungen nach Afrika exportieren. Darüber hinaus haben verschiedene Handelsabkommen zwischen den VAE und mehreren afrikanischen Ländern, sowie die Austragung Wirtschaftsgipfeln und Investorenkonferenzen, zur Stärkung der bilateralen Beziehungen beigetragen. Die verstärkte Zusammenarbeit spiegelt sich auch in der Zunahme direkter Flugverbindungen und logistischer Partnerschaften wider, die den Handel und den Personenverkehr zwischen den Regionen erleichtern. Etihad und Emirates fliegen große Teile des Kontinents mittlerweile direkt an. Die VAE investieren derweil auch in Häfen in Afrika als logistische Umschlagpunkte, zur Schaffung modernster Infrastruktur und zur Anbindung an die Häfen Dubais und Abu Dhabis.
Trotz aller positiver Entwicklungen ist noch Luft für gemeinsame Aktionen nach oben: Laut einer kürzlich durchgeführten Analyse der Industrie- und Handelskammer Dubai liegt das derzeit ungenutzten Exportpotenzials der VAE nach Afrika bei rund 3,6 Mrd. USD. Dies eröffnet enorme Möglichkeiten für Unternehmen und bietet auch neue Chancen für Investoren.

Wachsende Investitionen

Mit einem Rückgang der chinesischen Kredite an Afrika haben sich die VAE als eine der wichtigsten Quellen ausländischer Direktinvestitionen etabliert. Aus makroökonomischer Sicht sind die VAE der zweitgrößte Investor weltweit in Afrika und der führende Investor aus der Arabischen Welt. So ist die Dubai International Chamber bereits stark auf dem afrikanischen Kontinent vertreten und unterhält Büros in Äthiopien, Ghana, Mosambik, Kenia, Ägypten und Südafrika. Weitere Niederlassungen in Nigeria, Angola und Uganda sind in Planung. Diese Beziehungen basieren nicht nur auf Handelsaktivitäten, sondern auch auf historischen Seefahrerrouten und einer langen Tradition der Diplomatie. Zwischen 2022 und 2023 sagten die VAE-Investitionen in Höhe von 97 Milliarden Dollar in verschiedene afrikanische Sektoren zu, einschließlich erneuerbarer Energien, Häfen, Bergbau, Immobilien und Landwirtschaft. Insgesamt haben die VAE bisher 110 Milliarden Dollar in Afrika investiert.

Wirtschaftliche Interessen

Die VAE investieren stark in saubere Energie und fossile Brennstoffe. Abu Dhabis Renewable Energy Company Masdar hat in den letzten zehn Jahren Infrastrukturprojekte in Südafrika, Senegal und Mauretanien durchgeführt. Auch die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) ist in Afrika aktiv und besitzt Anteile am Rovuma-Gasbecken in Mosambik. Im Bergbau haben Unternehmen aus den VAE-Beteiligungen an der Mopani-Kupfermine in Sambia erworben. Im Logistiksektor sind die VAE ebenfalls stark vertreten. DP World betreibt Häfen in mehreren afrikanischen Ländern, während AD Ports wichtige Konzessionen wie den Betrieb des Pointe Noire Hafens in der Republik Kongo und des Luanda-Terminals in Angola gewonnen hat. Ein bedeutender Aspekt sind ebenfalls die landwirtschaftlichen Investitionen in Ländern wie Uganda, wo die VAE nach einem Abkommen auf der Dubaier Messe Gulfood die weltweit größte landwirtschaftliche Freihandelszone mit 2.500 Hektar errichten. Diese Investitionen sind entscheidend, um die Ernährungssicherheit der VAE zu gewährleisten.

Zusammenarbeit beim Klimaschutz

Des Weiteren spielen die VAE eine Schlüsselrolle bei der Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Afrika. Sie unterstützen zahlreiche Projekte und Initiativen, die auf Klimaschutz und erneuerbare Energien abzielen, und bieten Klimafinanzierung an, um die Umsetzung dieser Maßnahmen zu beschleunigen. Das Engagement der VAE umfasst Investitionen in saubere Energie, die Verbesserung der Wasser- und Nahrungsmittelsicherheit sowie die Stärkung der Infrastruktur. Diese Bemühungen sollen Afrika dabei helfen, nachhaltige Lösungen zu finden und langfristiges Wirtschaftswachstum zu fördern. Auch die Aktivitäten der VAE im Rahmen der COP haben gezeigt, dass hier ein enges Interesse besteht.

Die VAE als Brücke zwischen Afrika und dem Rest der Welt – auch für deutsche Unternehmen
 
  • Die VAE haben sich als bedeutender Akteur in Afrika etabliert, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Dies ist für deutsche Unternehmen ein großer Vorteil, da die VAE durch die stabilen und intensiven wirtschaftlichen Beziehungen, die sie in Afrika pflegen, hervorragende Bedingungen für eine Expansion bieten.
  • Die VAE fungieren als Handels- und Logistikdrehscheibe, die Afrika mit Märkten in Europa, Asien und Nordamerika verbindet. Der Hafen von Jebel Ali und der Flughafen Dubai gehören zu den weltweit verkehrsreichsten und effizientesten, was den Warenfluss erleichtert und den Handel beschleunigt.
  • Zusätzlich erlaubt die Errichtung eines Middle East Hubs in den VAE den deutschen Unternehmen auch die Nutzung von erheblichen Steuervorteilen und erhöht somit sogar die Möglichkeiten außerhalb der VAE zu investieren.
Um den afrikanischen Markt besser abdecken zu können, habe ich in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Liebing und weiteren Gesellschaftern die ReThinking Africa  GmbH gegründet, die sich Großprojekten in Afrika annimmt. Für weitere Informationen melden Sie sich gerne unter info@rethinking-africa.com.